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Energiesicherheit

Stromversorgungsicherheit

Das nationale Stromversorgungssystem der Bundesrepublik Deutschland gehört zu einem der sichersten. Bezogen auf die Dauer von Versorgungsunterbrechungen zählt es zu den zuverlässigsten im globalen Vergleich. Kaum ein anderes Industrieland hatte in den letzten sechs Dekaden derart wenige Störungen, die zu längeren oder flächendeckenden Stromausfällen geführt hätten.

Die hohe Versorgungssicherheit erzeugt den Eindruck, dass die ständige Verfügbarkeit von Elektrizität selbstverständlich ist. Dieses Selbstverständnis herrscht in allen Bereichen der Gesellschaft vor, in der Politik, Behörden, bei den Konsumenten und auch in der Wissenschaft. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom Verletzlichkeitsparadoxon: Zwischen der Risikowahrnehmung und der Realität herrscht ein gravierender Widerspruch. Denn die Versorgungssicherheit ist kein fest installiertes Gut, sondern sie wird jeden Tag durch eine Vielzahl technischer Maßnahmen und menschlicher Eingriffe (Redispatch) errungen. Der Begriff „Redispatch“ bezeichnet zwingende Anpassungen der Leistungseinspeisung von Stromlieferanten durch die Netzbetreiber. Ziel ist es, auftretende Überlastungen im jeweiligen Übertragungsnetz zu vermeiden bzw. zu beseitigen.

Die Arbeitsgruppe „Energie“ des Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit arbeitet derzeit an einer Publikation, die die zentralen Fragen zur Versorgungssicherheit aufwerfen und mit Handlungsempfehlungen für eine stabile Energieversorgung verknüpfen wird.

Langanhaltender flächendeckender Stromausfall Blackout

Elektrische Energie kann nur in kleinen Mengen gespeichert werden. Im Wesentlichen muss sie im selben Augenblick erzeugt werden, in dem sie verbraucht wird – und umgekehrt. Wenn Kraftwerke unvorhergesehen ausfallen, das Stromnetz an einer Stelle unterbrochen wird oder die Netzsteuerung gestört ist, entstehen in Sekundenschnelle große Schwankungen der elektrischen Spannung. Sobald diese Lastschwankungen nicht sofort wieder ausgeglichen werden, kommt es zu einem Dominoeffekt. Die Folge: Das Stromnetz bricht zusammen. Je größer und weiträumiger der Schaden ist, desto schwieriger gestaltet sich das Wiederanfahren des sensiblen Gleichgewichtes von Stromerzeugung und Stromabnahme.

Im schlimmsten Fall kommt es zum Blackout, einem langanhaltenden, flächendeckenden Stromausfall. Ein solcher mehrtägiger bis mehrwöchiger überregionaler Stromausfall würde das ganze Land betreffen und große Schäden verursachen, unter anderem Sachschäden durch unmittelbare Zerstörung und Folgeschäden wie Versorgungsausfälle und Lieferunterbrechungen.
Nach gängigen Bewertungsmaßstäben müssen die Schäden mindestens im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich liegen, um als katastrophal klassifiziert zu werden. Diese Summe wird schnell erreicht, wenn zum Beispiel zahlreiche große Industriebetriebe und der Finanzsektor massiv betroffen sind. Je länger ein Stromausfall dauert, desto mehr andere stromabhängige Infrastrukturen brechen zusammen. Es wird zunehmend schwierig bis unmöglich, sensible technische Anlagen wieder hochzufahren. Bisher kann man aus realen Ereignissen nur Vermutungen darüber ableiten, welche Schäden nach einem mehrtägigen bis mehrwöchigen überregionalen Stromausfall auftreten können, aber man kann von folgender These ausgehen:

Die Folgen eines flächendeckenden und mehrere Tage dauernden Stromausfalls für eine moderne, auf Technik basierende Gesellschaft sind gravierend und komplex. Jeder Teilbereich der Gesellschaft und alle ihre Akteure sind betroffen.
Massive Auswirkungen auf alle Sektoren der Kritischen Infrastrukturen sind aufgrund ihrer Abhängigkeit von Strom zwangsläufig. Besonders von einem Stromausfall betroffen sind:

• die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT),

• das Transport- und Verkehrswesen mit allen Verkehrsträgern,

• die Industrie- und Produktionsbetriebe,

• das Gesundheitswesen einschließlich des Notfall- und Rettungswesens,

• die Versorgung mit Trink- und Brauchwasser,

• die Nahrungsmittelversorgung einschließlich der Transportlogistik, • die Entsorgung von Abwasser, Schadstoffen und Müll,

• die Behörden und die Öffentliche Verwaltung,

• das Banken- und Finanzwesen einschließlich der Bargeldversorgung,

• die (Groß-)Forschungseinrichtungen,

• die Medien,

• die Energieerzeugung und -verteilung.

 

Auch Bereiche, deren Abhängigkeiten von Strom zunächst nicht offensichtlich sind, werden in verhältnismäßig kurzer Zeit nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen, wie beispielsweise die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung. Elektrische Pumpsysteme sind für deren Funktionsfähigkeit ebenso erforderlich wie elektronische Leit-, Steuerungs- und Überwachungssysteme. Gleiches gilt für das Banken- und Finanzwesen. Die Versorgung mit Bargeld durch Geldautomaten und elektronische Kassensysteme sowie auch der elektronische Zahlungsverkehr und der internationale Wertpapierhandel funktionieren mit Strom. Im Bereich der produzierenden Industrie führt ein Stromausfall zur Reduzierung oder zum Stopp der Produktion. Je nach Branche können auch unmittelbare physische Schäden aufgrund des ungeplanten und unkontrollierten Drosselns oder Herunterfahrens von Prozessen auftreten.

Die Bevölkerung wird die Auswirkungen in allen Lebensbereichen zu spüren bekommen, vor allem aber im Bereich der Grundversorgung. Die schwerwiegendsten und direkten Auswirkungen werden im Verlust von Heizung im Winter, Kühlung im Sommer, elektrischem Licht, Telefon, Internet, Rundfunk-/TV-Empfang, der Lebensmittelbevorratung durch Kühlen oder Gefrieren sowie auch im möglichen Verlust der Trinkwasserversorgung liegen. Dann wäre unter anderem auch die Entsorgung von Fäkalien durch die Toilettenspülung nicht mehr gewährleistet.

Daher ist es wichtig für einen solchen Krisenfall Vorsorge zu treffen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet für dien Fall einen Ratgeber, der Ihnen hilft, die richtigen Vorsorgemaßnahmen zu treffen:

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Wichtige Informationen liefert ausserdem die Broschüre „Ratgeber im Katastrophenfall“:

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Mit persönlicher Checkliste für den Notfall:

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